Freitag, 23. Februar 2018

Wir selbst sind die Ursache aller unserer Hindernisse. (Meister Eckhart 1260 - 1327)


Du musst eine Aufgabe erfüllen. Vielleicht denkst du: Kann ich! Mache ich! Alles da! Wunderbar!
Vielleicht geht der Fokus deiner Aufmerksamkeit aber auch nach außen. Mir fehlen bestimmte Materialien. Eine bestimmte Person will das nicht! Das Wetter ist nicht geeignet. Es ist zu früh oder zu spät. Dir fehlt das Geld. Du siehst lauter Hindernisse und an diesen Hindernissen kannst du nichts ändern. Das System ist so wie es ist und das "Außen" setzt dir diese Hindernisse.
In einem Gleichnis in der Bibel wird von einem Gelähmten erzählt, der nicht rechtzeitig zum Heilen in den Teich Bethesda eintauchen kann. Jesus wundert sich, warum er die Chancen nicht nutzt, wo der Teich doch direkt vor seinen Füßen liegt. Unglaubliche 38 Jahre wartet er darauf, dass ihn jemand in den Teich trägt. Der Gedankengang des Gelähmten: "Es gibt ein Hinderniss! Ich brauche einen Menschen, der mich trägt. Sonst wird das nichts mit der Heilung."
Wer darauf wartet, dass sich die Hindernisse im Außen auflösen muss sich auf eine lange Wartezeit einrichten. Möglicherweise bis zum Tod. Meister Eckhart lädt mich ein, die Perspektive zu verändern. Schaue nicht auf die Hindernisse im Außen. "Wir selbst sind die Ursache aller unserer Hindernisse." Kennst du die Hindernisse in deinem Inneren? Deine Glaubenssätze? Einschränkenden Gefühle? "Ich würde ja viel mehr machen wenn ich nicht so ängstlich wäre." Wenn du das erkennst kannst du was mit deiner Angst machen. Auf das Außen hast du manchmal wenig Einfluss. Aber deine inneren Hindernisse kannst du bearbeiten. Da kannst du deine Macht entfalten. Manchmal schaust du dir die äußeren Hindernisse an damit du die inneren nicht wahrnehmen musst. Hindernisse, für die du dich vielleicht schämst? 
Selbsterforschung ist angesagt. Die blinden Flecken entdecken. Sich den Herausforderungen stellen und sich weiterentwickeln. Jedes Hindernis kannst du als Geschenk wahrnehmen. Es lädt dich ein, daran zu reifen. 
  

Donnerstag, 22. Februar 2018

Liebe kann nicht mißtrauen, sie gewärtigt nur Gutes. (Meister Eckhart 1260 - 1327)

Liebe gewährt nur Gutes, sagt Meister Eckhart. Wieder geht es um den Zustand der Verbundenheit. Wenn ich gekränkt werde. Wenn ich enttäuscht bin. Wenn sich die Dinge ganz anders entwickeln als ich es mir gewünscht habe. Wenn meine Lebensprinzipien, Glaubenssätze und Moralvorstellungen in Frage gestellte werden. Es gibt genug Gründe und Gelegenheiten, dass mein Misstrauen Nahrung bekommt und wachsen kann.
Ich kann mit einem misstrauischen Gefühl durch den Alltag gehen. Überall wittere ich Gefahren und Gegner. Ich komme mir vor wie ein Überlebender im Feindesland. Ich spüre es körperlich. Ich fühle Angst und Trauer. Ich mache mir ständig Gedanken darüber, das Schlimmste zu verhindern. Ich schrecke immer wieder auf und fühle mich unsicher. Immer, wenn ich mich in einem solchen Zustand befinde, bin ich in getrennt vom Leben.
Meister Eckhart gibt mir ein Rezept mit auf dem Weg. Er schlägt einen Quantensprung vor. Bearbeite nicht den Misthaufen, in dem du herumwühlst. Katapultiere dich hinein in den Zustand der Verbundenheit. Du kannst das trainieren wie du einen Muskel trainierst. Schließe deine Augen und verbinde dich mit dem, was sich um dich herum befindet. Der Stuhl trägt dich jetzt ganz sicher. Die Bäume draußen entfalten ihre Schönheit nur für dich. Dein Herz schlägt in genau deinem Rhythmus. Du darfst atmen und es ist mehr als genug Sauerstoff da. Dir wird die Luft nicht zugeteilt. Alles steht dir unbegrenzt zur Verfügung. Dein Trennungszeug findet nur im Kopf statt. Du gehst mit deiner Aufmerksamkeit hin zu allem, womit du dich verbinden kannst. Du kannst dich verbinden mit den Nahrungsmitteln in deinem Kühlschrank. Mit einer Freundin in Südamerika. Mit einem Schamanen in Kenia. Mit einem Delphin in Miami. Mit einem Didgeridoo in Australien. Mit einer außerirdischen Intelligenz. Mit einem Engelwesen. Mit was auch immer... Du verbindest dich und wenn die Verbindung steht dann lass es einfach fließen!
www.matthias-koenning.de

Mittwoch, 21. Februar 2018

Die Menschen sollen nicht so viel nachdenken, was sie tun sollen, sie sollen vielmehr bedenken, was sie sind. (Meister Eckhart 1260 - 1327)

Worüber denkst du den ganzen Tag nach? Darüber, was du jetzt tun sollst? Ständig sind wir doch damit beschäftigt, nicht wahr? Welche Aufgaben muss ich erledigen? Was unbedingt heute, was kann ich verschieben? Wie bewertet das meine Familie, mein Arbeitskollege? Wie mache ich die Dinge richtig! Mache ich es lieber so oder doch anders?
Was sage ich wem in welcher Art und Weise, dass er es ja auch freundlich aufnimmt und nicht missversteht. Unsere Gedanken sind vom Morgen bis zum Abend mit dem "Tun" beschäftigt. Das strengt uns an und das führt zu stresshaften Situationen. Immer unter Adrenalin und Cortisol. Immer in der Anspannung und Anstrengung alles richtig zu machen. Zu gefallen. Sich zu beeilen.
Wenn ich aber die Frage stelle: "Wer darf ich sein!" Dann kehrt ganz plötzlich Ruhe ein im System. Wenn ich diese Frage stelle, dann kann ich mich hinsetzen und aufhören mit dem Tun. Ich höre auch auf zu werten und zu bewerten. Ich betrachte mich in meinem Dasein. Wer bin ich eigentlich? Vor jedem Tun? Ich trete einen Schritt zurück und komme zur Ruhe. Erst darf ich fragen, wer ich bin! Ich erfahre eine Selbstbestätigung in mir ohne jedes Tun. Ich bin, also ist es gut!
www.matthias-koenning.de